Prosa
Und hier eine kleine Auswahl meiner Prosa Texte
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Wer war das noch gerade??
Es klopft an der Tür-oh schauts doch, wer ist es? Ein netter Herr, oder eine strenge Dame, huch, was guckt er denn so drein? Feuer in ihren Augen, Verwesungsgeruch um ihn herum bringen mich zum Schwitzen. Oder doch ein liebliches Parfum das wohlig meinem Geruchsinn schmeichelt?
‚Was kann ich für Sie tun‘, frage ich verwirrt, denn schließlich bin ich auf eine Grenze der ach so intelligenten Spezies Mensch gestoßen. Ich kann einfach keine geschlechtliche Schublade öffnen. Verdammt.
Die Verwirrung liegt brach vor uns.
So fragt mich die Dame ob sie sich pudern könnte und der Herr wirft bollrig hinterher- ich muss mal ordentlich einen wegtragen und so geht sie hinein an mir vorbei in MEIN Badezimmer. Ich staune, aber ein nein kommt nicht aus mir. Nur ein fragendes Gesicht und die Grenzen meiner kognitiven Intelligenz. Ich kotze die Grenzen aus.
Ich hole einen Besen und kehre es auf. Zu den Grenzen noch Asche-wo kam die denn her? Und Blut, wo Kam das her?
Liebreizend kommt die Dame aus meinem Bad ganz frisch gepudert auf mich zu, beugt sich bezirrend zu mir herüber und gibt mit zwei Küsse, einen rechts und einen links, der Herr lacht schelmisch und umarmt mich sanft. Auf nimmer wiedersehen. Das Parfum liegt rosig herb in meiner Nase.
Warten Sie, sie haben etwas vergessen.
Ein undefiniertes Ding liegt vor mir auf dem Boden. Eine schwarze Kugel, oder Dreck? Ich hebe es auf. Es piekt, es sticht, es schreit, so leidend und laut, so dass ich anfange zu weinen und zu kotzen.
—–Unsagbar schmerzliches Leid durchfährt mein Herz und sticht in meine Seele.
BLITZ~~~~~~Kummer. Überlebenswille, Ungerechtigkeit, Ausbeutung, aus Profitgier über Menschen und Tiere drübergetrampelt, Menschen getötet. Ja, die waren ja so rebellisch und anders, die sollen nicht dazu gehören und die haben doch angefangen und die Frauen wollten es doch auch, dass ich ihre Vagina zerreiße und ihr die Selbstbestimmung heraussauge – ach und außerdem ist das so in ihrer Kultur, die sind halt so und so und das ist auch deswegen. Achja und überhaupt, sollen sie doch froh sein Essen zu haben, nein, ich hab nichts gegen schwule Ausländer lesbenartig verpunkt, ABER sollen sie doch bleiben wo sie hin gehören, kein Platz im überfüllten Bus der Linie machtvoller Zufriedenheit. In Konsumien liegt das Glück, nur für dich und mich als weißer Mann und Anhängsel Frau, na klar, gesunder Nationalismus ist toll. Schließlich bin ich hier aus dem Bauch meiner Mutter geplumpst und das gibt mir alle Rechte hier, na klar, hau mal ab, du bist woanders aus deiner Mama gekommen, deshalb geh zurück! Das Geld schießt mir aus dem Arsch, was sonst, doch es reicht mir nicht. Ich bau noch ne Fabrik in einem armen Land und holze noch ein bisschen mehr Regenwald ab um die Tiere hier mit Soja fett zu kriegen in überfüllten Ausbeutungsbetrieben, damit ich noch mehr Geld in meinem Arsch hab. Mehr als Geld hab ich dann auch nicht mehr. Passt ja auch sonst nichts mehr rein in einen Menschen. Tiere gequält, ausgeblutet und gefressen, wegen dem Geld – Geld – Geld. Das mit den Tieren war schon immer so. Achja, stimmt, Raubzähne und kurzer Darm. Ein wahrliches Zeichen von Carnivoren, dass Menschen nicht besitzen….huch….wie war das noch mit der Intelligenzgrenze, wo verläuft sie genau, im Verdrängungsgarten, im geschmacklichen Luxustal oder in Ignoranzien?? BLITZ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Der Herr kommt ganz plötzlich hereingeeilt, mit schwebenden Schritten – oh, das tut mir leid – und nimmt mir galant und heldenhaft die unebene Kugel aus der Hand. Der Schrei hört auf, das Leid verstummt fernab von meinem Horizont. Die Dame lächelt ihr süßestes Lächeln, brabbelt irgendwas von Weltkugel – - — -bla—-bla—- blubb blubb, die Grenzen sind wieder da und er ist verschwunden, sie ist einfach weg, wie stinkend verpufft.
Ich hätte die Vorzeichen sehen sollen, doch die Grenzen meiner Intelligenz sind zu starr und zu gewollt. Die Verwirrung und die schmerzliche Kotze sind weggefegt. Ich schaue nichts hinterher, wer war das noch gerade? So bin ich erleichtert, dass ich das Leid nicht mehr in meinen Händen halte und setze mich vor den Fernseher.
